Letzte Woche bekam ich einen Anruf von einer Kundin; sie war ziemlich aufgelöst: Immer hat sie das Gefühl, noch mehr machen, weitere Blockaden lösen und sich viel mehr um sich selbst kümmern zu müssen. Sie fühlt sich einfach nicht genug. Wir sprachen eine Zeitlang und meine Empfehlung war klar: mach jetzt mal einige Tage gar nichts; du hast einen spirituellen Burnout. Was das ist und wie es sich erkennen lässt, liest du hier.
Chakren, Vollmond, Neumond, Feuerpferd, …
Besagte Kundin ruft mich etwa einmal monatlich an. Vergangenen Monat sagte sie, sie habe unfassbares Kopfweh – aber sie muss noch hier an sich arbeiten und dort etwas machen und dann ist ja bald wieder Vollmond, dann muss sie manifestieren und bei Neumond dann loslassen und, und, und … Puh, wie anstrengend! Auch diesen Monat war es ähnlich: ihr unterer Rücken tat ihr so weh und sie bat um eine energetische Anwendung. Nun kenne ich sie schon ein paar Monate und ahnte: sie braucht nicht noch etwas oben drauf, sondern etwas weniger.
Also fragte ich, was sie die letzten Tage im spirituellen Bereich so gemacht hat. Tags zuvor arbeitete sie mit ihren drei unteren Chakren. Den 17. Februar nutzte sie zum Manifestieren; sie erstellte ein Vision-Board für das Jahr des Feuerpferdes. Fünf Portaltage hatten wir im Februar auch schon. Und dann hat sie sich noch diese Ausbildung gegönnt. Aber in einem YouTube-Video sah sie, dass sie noch etwas anderes braucht; sie ist einfach unfertig und muss jetzt unbedingt eine Anwendung von mir haben, damit sie schnell für ihre Ausbildung fit ist und damit weitermachen kann. Schließlich fehlt ihr da noch Wissen.
Einmal runterfahren, bitte!

Ich habe ihr keine Anwendung gegeben. Sondern eine Auszeit. Denn die Kundin befindet sich in einem spirituellen Burnout: sie ist fest überzeugt, noch nicht ganz zu sein, dass ihr noch was fehlt – und das manifestiert sich sogar schon in körperlichem Unwohlsein. Ich sagte ihr, sie darf jetzt mal mindestens drei Tage gar nichts machen. Schockiert fragte sie: „Gar nichts? Aber …“ – Das stoppte ich direkt und erklärte ihr, was ich mit spirituellem Burnout meine.
Die nächste Kundin mit demselben Problem
Eine andere Kundin rief mit demselben Problem an, doch kommt dieser Druck des Unfertig-seins in ihrem Fall nicht von ihr, sondern von Freundinnen. Sie lernt in einem kleinen Zirkel mit drei anderen Frauen. Eine ist Rentnerin, eine Hausfrau, die dritte Heilpraktikerin. Meine Klientin aber ist zweifache Mutter mit Vollzeitjob und alleinerziehend. Sie berichtete, dass die Frauen in ihrem Zirkel oft Sätze sagen wie: „Na ja, wenn du da nicht ins Handeln kommst, kann es ja nicht besser werden.“ Das ist zwar gut gemeint, aber … na, du ahnst, wie der Satz endet. Als auch diese Kundin sich darin verstrickte, mir zu erklären, was sie alles müsste, sagte ich einen Satz zu ihr:
Einen Scheißdreck musst du!
Ich bin gerne diplomatisch und führe meine Klientinnen und Klienten sanft in eine Richtung, sodass sie selbst erspüren können, was nun das richtige sein könnte. In diesem Fall brauchte es aber diese klaren Worte mit großer Wucht, damit sie aufhören kann, sich im Müssen zu verstricken. Auch sie ist in einem spirituellen Burnout.
Was ist ein spiritueller Burnout?
Als spiritueller Burnout wird ein Zustand tiefer innerer Erschöpfung bezeichnet, der auftreten kann, wenn spirituelle Praxis nicht mehr nährt, sondern zur Quelle von Druck, Pflicht und Selbstzweifeln wird. Wenn Spiritualität weggeht vom Sein und hingeht zu einem perfektionistisch ausgelebten Eifer hat das nichts mehr mit Achtsamkeit zu tun. Wir erreichen weder spirituelle Perfektion (gibt’s die überhaupt?) noch Erleuchtung dadurch, dass wir nach immer mehr streben. Vergleiche mit anderen, wie im Falle meiner zweiten Klientin, die sich oft mit den Frauen in ihrem Zirkel vergleicht, führen unweigerlich zu einem Gefühl der Unzulänglichkeit, was den Perfektionismus weiter antreibt.

Dann macht die spirituelle Praxis keinen Spaß mehr, alles verkrampft sich – einschließlich des Körpers, wie im erstgenannten Fall. Spiritualität wird zur To-Do-Liste. Man erstellt sich ein Idealbild, das es zu erreichen gilt: Nur noch Licht, Liebe und Frieden. Dadurch werden vermeintlich weniger spirituelle Gefühle wie Angst, Wut, Zorn oder Trauer unterdrückt. Wer spirituell ausgebrannt ist, leidet unter diesen oder ähnlichen Symptomen:
- Man fühlt sich innerlich leer, egal, wie intensiv die spirituelle Praxis ausgelebt wird.
- Auf körperlicher Ebene können Verspannungen auftreten, aber auch Erschöpfung oder Schlafstörungen.
- Der Frust über das mangelnde Vorankommen ist riesig.
- Daraus folgend entstehen Zweifel am eigenen „Können“, an der eigenen Spiritualität oder darüber, ob der eigene Weg wirklich sinnvoll ist.
- Spirituell ausgebrannte Menschen ziehen sich aus dem Austausch, aus Gruppen oder von Ritualen zurück.
Spiritueller Burnout: Raus aus dem Müssen, rein ins Sein
Wenn du dich spirituell ausgebrannt fühlst und die oben genannten Zeichen bei dir bemerkst, so ist das kein Hinweis darauf, dass du nun mehr machen musst, dass du unperfekt bist oder gar, dass du spirituell gescheitert bist. Versteh diesen spirituellen Burnout bitte als Einladung deiner Seele, deinen Weg einfach mal neu zu betrachten. Du darfst dir die Erlaubnis geben, nicht immer alles perfekt machen zu müssen. Du darfst für dich eine authentischere Form der Spiritualität finden. Sei achtsam mit dir selbst und erlaube dir, einfach nur zu sein – denn das ist letztlich gelebte Spiritualität.
Meinen Klientinnen geht es jetzt übrigens besser. Der ersten hatte ich empfohlen, die nächsten Tage einfach mal jede Form der Spiritualität ruhen zu lassen und wieder ganz in ihrem irdischen Alltag anzukommen. Sie schrieb mir heute:
Liebe Emmi, wundervolle Seele, vielen vielen Dank für dein Können, dein liebenswertes Sein und ich kann mitteilen, die Blockade hat sich im unteren Rücken gelöst.
Die zweite rief kurz nach unserem Telefonat wieder an und bedankte sich für die Beratung. Sie sagte, ein Satz habe sie mitten ins Herz getroffen und seither nimmt sie ihn überall hin mit: „Einen Scheißdreck musst du!“ Manchmal darf ich in meinem Beruf eben auch mal unschöne Worte finden, um mitten ins Herz zu treffen – wie schön!
Authentisch-spirituell Sein in deinem Tempo
Auch ich habe mich zu Beginn meines spirituellen Weges überschlagen: Chakren und Aura bearbeiten, meditieren, bis der Heilpraktiker kommt, und nur an Licht und Liebe denken. Das war anstrengend – und ziemlich schnell war auch ich mitten im spirituellen Burnout. Bis ich erkennen durfte: Einen Scheißdreck muss ich, ich darf in meinem Tempo vorgehen und darf lernen, einfach zu sein. Authentisch meine Wahrheit zu leben. Nicht das zu inhalieren, von dem andere behaupten, dass ohne dieses Mittel/ Tool/ diese Anwendung gar nichts geht, sondern aufzunehmen, womit ich resoniere, und den Rest einfach liegen zu lassen. Spüren zu lernen: das ist meine Wahrheit, das aber nicht – ich lasse es liegen, soll es doch jemand aufpicken, dem es eher entspricht.

Spiritualität ist für mich ein Weg vom Müssen ins Sein. Ins Sich-spüren-können und authentisch zu leben. Und mit genau dieser Vorstellung im Herzen sind meine Angebote sowie meine Kurse Raumhüter und Resonanz.Raum entstanden. Schau doch mal in meine Angebote rein, vielleicht resoniert etwas mit dir. Falls nicht: lass es liegen.
Und in meinen Kursen begleite ich dich in dein authentisches Sein – ohne Druck, ohne Müssen. Dabei ist der Raumhüter-Kurs sehr intensiv, der Resonanz.Raum gibt dir energetische Häppchen. Bei beiden Kursen jedoch achte ich auf Leichtigkeit und Freiheit von Druck. Meine Teilnehmer dürfen fühlen, was sie fühlen – auch wenn es Zorn oder Trauer ist, gerne aber natürlich auch Freude. Sie dürfen sein, wie sie sind, und ihre Masken einfach absetzen. Und sie dürfen lernen, sich das zu nehmen, was sie tief in sich spüren, und alles andere liegen zu lassen. Kurzum: sie sind eingeladen, vom Müssen ins Sein zu kommen.
Alles Liebe,
deine Emmie






